












Die Hohen Tauern, ein Gebirge von einzigartiger Schönheit und Vielfalt. Harmonisch fügen sich die schroffen und eisbedeckten Bergflanken und Gipfel, durchzogen von zahlreichen noch in ihrer Wildheit ursprünglichen Gletscherbächen, in die aus bäuerlicher Hand entstandenen Kulturlandschaften ein. Im Jahr 1971 unterzeichneten die drei Landeshauptleute von Tirol, Salzburg und Kärnten die Vereinbarung in Heiligenblut zur Schaffung eines Nationalparkes Hohe Tauern. In Kärnten behütet der Nationalpark seit 1981 420 km², in Salzburg seit 1984 805 km² und in (Ost-)Tirol seit 1992 611 km². Der Oesterreichische Alpenverein ist mit 333 km² der größte Grundeigentümer im ersten österreichischen Nationalpark und damit gleichzeitig Hüter dieser bizarren Urlandschaft.
In Tirol gingen aber der Schaffung des Nationalparkes Hohe Tauern heftige Auseinandersetzungen mit der Seilbahn- und Energiewirtschaft voraus. Mit aller Kraft stemmte sich der Oesterreichische Alpenverein gegen die Ableitung von 25 Bächen und das geplante Großspeicherkraftwerk Dorfertal/ Matrei i. Osttirol. Auch gegen geplante skitechnische Infrastrukturen auf der Süd-West-Abdachung des Großvenedigers musste sich der OeAV zur Wehr setzen.
Angrenzend an den heute 1.836 km² großen Nationalpark Hohe Tauern befindet sich der Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen (Tirol), das Naturschutzgebiet Valsertal (Tirol) und der Naturpark Rieserferner-Ahrn (Südtirol). Zusammen erreichen sie eine Fläche von 2.500 km² und sind damit der größte zusammenhängende Schutzgebietsomplex in den Alpen.
Im Dorfzentrum der Nationalparkgemeinde Kals befindet sich das architektonisch modern gestalte Glocknerhaus. Mit der Ausstellung “Im Banne des Großglockners” werden interessante Details über die Natur und Kultur der Hochgebirgslandschaft rund um den Großglockner dargestellt. Einzelne Ausstellungsräume widmen sich auch kulturhistorisch interessanten Themen, wie z.B. über die Besiedelung des Tales. Andere Ausstellungsräume geben Einblicke in die Gletscherwelt, beschreiben aber auch die einmalige Tier- und Pflanzenwelt der Hohen Tauern. Der Großglockner und seine Bezwingung werden ebenso beschrieben, wie auch die harten Bedingungen für die Menschen in diesem bis hoch hinauf besiedelten Raum.
Auf der Fahrt nach Kals/Großdorf sticht sofort das mitten im Feld stehende Kirchlein St. Georg ins Auge. Um 1200 ist dieses im romanischen Stil gehaltene Kirchenschiff errichtet worden. Der gotische Turm stammt aus dem 14. Jahrhundert. In der Apsis sind noch teilweise alte Fresken erhalten. Das Holzrelief vom Drachenkampf des heiligen St. Georg ist die Kopie einer spätgotischen Arbeit. Die Kirche St. Georg ist das älteste Gotteshaus in Kals. Unter dem Fußboden wurden bei Grabungs- und Restaurationsarbeiten Scherben aus der Römerzeit und aus der Zeit um 700 n. Chr. gefunden.
Die Stockmühlen waren früher weit verbreitet und sind wesentlich älter als die Radmühlen. Sie sind typisch für Osttirol, Südtirol und Kärnten. Nördlich der Hohen Tauern wurden ausschließlich Radmühlen eingesetzt.
Im Sommer gibt es für die Besucher ein regelmäßiges “Schaumahlen”.
Beim Bau der Kapelle im Jahre 1975 fanden Wissenschaftler eine Feuersteinklinge (Silex), bronzezeitliche Scherben (1.500 – 1.300 v. Chr.) sowie Feuerplätze und Knochen vom Alpensteinbock, Braunbär, Marder und Rothirsch. Untersuchungen ergaben, dass die Steinbockknochen bereits über 5.000 Jahre alt sind und der Kultplatz mit etwa 50 bis 60 meist kreisförmig angeordneten Steinbockschädeln ein Alter von etwa 3.500 Jahre haben dürfte.