












Der Schafübertrieb mit 2.000 bis 3.000 Schafen vom Schnalstal zur Martin Busch Hütte (zu den sommerlichen Weiden) fand im Juni statt.
Der Übertrieb der ca. 2000 Schafe von Vernagt am See im Schnalstal (1.700m) über das Niederjoch (Similaunhütte 3.019m) zur Martin Busch Hütte bei Vent (2.500 m) startete am frühen Morgen um ca. 04.00 Uhr (der erste Teil der Herde).
Ebenfalls im Juni wanderten die Schafe von Kurzras (2.000 m) über das Hochjoch (2.850m) zum Hochjoch Hospiz (2.413 m). Die Schafherde zählt ca. 1500 Schafe.
Kontaktpersonen:
Obmann der Alminteressenschaft Niedertal
Josef Götsch
Gurschlhof
I-39020 Unser Frau / Schnalstal (BZ),
Handy: +39/(0)349/4931900
Obmann Alminteressenschaft Rofenberg
Anton Peter Raffeiner
Pitairhof 57
I-39020 Unser Frau / Schnalstal (BZ)
Tel.: +39/(0)473/679181
Handy: +39/(0)333/1749110
e-mail: rafant1@tnet.it
Gehzeiten:
Vent – Martin Busch Hütte 2 ½ h
Martin Busch Hütte – Similaunhütte 2 h
Similaunhütte – Unser Frau im Schnalstal 3 h (1.300 Höhenmeter bergab)
Unser Frau – Kurzras 10 min mit dem Bus
Kurzras – Schöne Aussicht 3 h
Schöne Aussicht – Hochjoch Hospiz 2 ½ h
Hochjoch Hospiz – Vent 2 ½ h
Kontaktnummern für die Hüttenreservierung:
Die Schafzucht hatte früher eine große Bedeutung, hauptsächlich wegen der Wolle (heute hat unsere Wolle keinen Wert mehr). Da jedoch viel zu wenig Weideflächen vorhanden waren, haben sich die Bauern entschlossen, die Schafe ins Nachbargebiet „Niedertal-Ötztal” für die Sommermonate zu treiben.
Daher wurde 1415 ein Weiderechtsvertrag zwischen den Bauern von Vent und Schnals abgeschlossen. Dieser Vertrag enthält: das Weiderecht von Mitte Juni bis Mitte September. Die Schnalser Bauern haben eine Interessenschaft gegründet. Am Anfang waren 26 Mitglieder (Bauern), davon sind jetzt nur mehr 21 Mitglieder, da die fünf Bauern ihre Rechte an der Interessenschaft verkauft haben. Dieses Weiderecht wird von den Bauern mit Stolz noch aufrecht erhalten!
Als nach dem ersten Weltkrieg 1919 die Staatsgrenze gezogen wurde, Südtirol kam zu Italien, blieben die Rechte immer noch erhalten. Jedoch die Gendarmerie von beiden Seiten der Grenze, Südtirol und Österreich, mußte die Passierung über die Staatsgrenze genehmigen. Sowie beide Landestierärzte ihre Kontrollen, Gesundheitszeugnisse der Tiere kontrollieren mußten. In den letzten Jahren, als Österreich zur EU kam, fielen die Finanzkontrollen weg.
Jedes Jahr werden 2.000 Schafe von Vernagt über das Niederjoch (Similaunhütte 3.019 m) in Niedertal getrieben (Ötztal), von ungefähr 20 Treibern, einem Hirten und Hund begleitet. Der 12-stündige Übertrieb ist manchmal schwierig, je nach Wetterverhältnissen und Schnee. Im Jahr 1979 waren unterhalb der Similaunhütte, im steilen Gelände, ungefähr 70 Schafe im Schneesturm erstickt. Sie konnten erst am nächsten Tag mit einem Hubschrauber geborgen werden. Die Treiber, die dabei waren, konnten sich retten und blieben unverletzt.
Früher waren über den Sommermonaten zwei Hirten beschäftigt, jetzt ist es nur noch ein Hirte, der die Schafe betreut. Mitte September werden die Schafe von 4 Treibern auf einer Fläche von 6.000 ha zusammengetrieben. Für den Schafabtrieb zurück nach Vernagt. Dort erwarten sie die Bauern zum „Schôfschoad” (zum Trennen der Schafe). Daraus wird ein kleines Fest, mit vielen Schaulustigen, Gästen und Einheimischen. Denn die Bauern sind stolz, diese alte Tradition beibehalten zu haben.
Vom Erlös des Weidegeldes wird jeden Winter, bei der Almrechnung (Versammlung) der Interessenten, der Hirte, die Treiber und sonstige Spesen ausgezahlt. Der übrige Erlös wird unter den 21 Interessenten aufgeteilt. Jede Jahr, vor dem Auf- und Abtrieb wird in der Pfarrkirche von UNSER FRAU im Schnalstal eine hl. Messe gehalten, um einen guten Übertrieb für Treiber und Tiere.
Text von Konrad Götsch, ehemaliger Obmann der Alminteressenschaft Niedertal, Obergamphof, Schnalstal, Südtirol, Italien